polikon

Forschungsgruppe
Politische Steuerung und Konfliktregelung (polikon)

Die Forschungsgruppe polikon ist im Mai 2001 als eine gemeinsame Forschungsgruppe des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Universität Duisburg-Essen und des Zentrums für Konfliktforschung (ZFK) der Philipps-Universität Marburg gegründet worden. Im Oktober 2008 wurde die Forschungsgruppe neu ausgerichtet. Verbunden mit dem Wechsel des Forschungsgruppenleiters, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, an die Universität Witten/Herdecke erfolgte eine Anbindung der Forschungsgruppe an den Wittener Lehrstuhl. Sie ist seitdem eine gemeinsame Forschungsgruppe des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement der Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Kulturreflexion, und des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Universität Duisburg-Essen.

Die Ausgangsfrage
Die Forschungsgruppe untersucht den Wandel von Staatlichkeit und die Regulation von Sicherheit in einer zunehmend von Sicherheitsfragen geprägten Gesellschaft. Besonders interessiert hier, wie sich die politischen Steuerungskonzeptionen sowie Staats- und Demokratieverständnisse verändern.

Die Forschungsgruppe von 2001-2008
Im Vordergrund der Forschungsarbeiten stehen die seit den 90er Jahren virulenten Staats- und Verwaltungsreformen. Unter der Leitkonzeption des „New Public Managements“ bzw. des „Neuen Steuerungsmodells“ werden die tradierten Staatskonzeptionen und die Binnenstrukturen der öffentlichen Verwaltung umstrukturiert. In der Folgewirkung verändern sich die Formen der demokratischen Beteiligung, insbesondere stehen die parlamentarischen Verfahren vor der Notwendigkeit, sich auf die neuen Bedingungen auszurichten. Das Untersuchungsinteresse richtet sich auf die sicherheitsrelevanten Politikfelder, insbesondere auf das Politikfeld Innere Sicherheit. Dort vollziehen vor allem die Polizeien der Länder und des Bundes unter dem Vorzeichen der „Neuen Steuerung“ sowie der zunehmenden europäischen Integration weitreichende Reformen, die die staatliche Sicherheitsproduktion erheblich verändern.

Die Forschungsgruppe seit 2008
Das Politikfeld Innere Sicherheit differenziert sich erheblich aus. Neben der staatlichen Sicherheit (insbesondere durch Polizei und Nachrichtendienste) nehmen weitere Sicherheitsproduzenten an Bedeutung zu: die lokale Sicherheit, der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, die private Sicherheitswirtschaft ebenso wie die Unternehmenssicherheit werden zu eigenständigen Segmenten innerhalb des Politikfeldes. Die Europäisierung und Internationalisierung forciert zudem einen erweiterten Sicherheitsbegriff, bei dem die klassische Trennung zwischen innerer und äußerer Sicherheit zusehends verschwimmt. Die Forschungsgruppe greift diese Entwicklungen auf und fragt nach den Voraussetzungen und Folgen einer neuen Sicherheitsarchitektur, wie sie in der öffentlichen Diskussion als eine mögliche Reaktion auf diese Veränderungen vermehrt eingefordert wird. Verbunden mit dieser Ausdifferenzierung der Sicherheitspraxis integriert sich die Forschung zur Inneren Sicherheit und Polizei zunehmend in ein übergeordnetes Verständnis einer interdisziplinären Sicherheitsforschung. Aufgrund der sehr heterogenen Zugänge, die von geistes-, sozial- und kultur- über rechts- und wirtschafts- bis hin zu natur- und technikwissenschaftlichen Verortungen reichen, stellt sich die Frage, inwieweit ein interdisziplinärer Konsens über wissenschaftstheoretische Grundregeln, methodologische Standards und forschungsleitende Theorieansätze überhaupt erreichbar und konsolidierbar ist. Die Forschungsgruppe formuliert ihre Antwort auf diese Fragen dahingehend, dass sie Sicherheitsforschung als eine sozialwissenschaftlich fundierte Forschung zu den Ursachen, Verläufen und Auswirkungen der gesellschaftlichen und politischen Sicherheitsentwicklung versteht.

Ausführliche Informationen finden sich auf den Webseiten der Forschungsgruppe polikon: www.polikon.de

GESCHÄFTSSTELLE DES AKIS

Interdisziplinärer Arbeitskreis Innere Sicherheit (AKIS)


Der Interdisziplinäre Arbeitskreis Innere Sicherheit (AKIS) ist ein wissenschaftlicher Arbeitskreis, in dem derzeit rund 240 Wissenschaftler verschiedener Disziplinen (insbesondere Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichtswissenschaft, Rechtswissenschaft und Kriminologie) zusammenarbeiten, die sich mit zentralen Fragen der Forschung zur Inneren Sicherheit sowie zur Polizei beschäftigen. Der AKIS veranstaltet Workshops und publiziert Gemeinschaftsstudien, die die unterschiedlichen Forschungsperspektiven zusammenführen.

Der AKIS behält sich vor, in unregelmäßigen Abständen aus der wissenschaftlichen Arbeit hervorgehende öffentliche Stellungnahmen zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen im Bereich der Inneren Sicherheit abzugeben.

Sprecher des AKIS ist Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange.


Die Forschungsgruppe polikon am RISP nimmt die Geschäftsstellenfunktion des AKIS wahr.

Der AKIS im Internet:

Informationen über den AKIS finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises unter:

Logo des Arbeitskreises innere Sicherheit

www.ak-innere-sicherheit.de

Laufende Projekte

SICHERHEITSGESETZGEBUNG (SIGG)

Im Bereich der Inneren Sicherheit nimmt die Diskussion um die Notwendigkeit von staatlichen Eingriffs- bzw. Kontrollbefugnissen einen breiten Raum ein. Dies gilt vor allem für die Frage, wie Bedrohungen – etwa organisierter Kriminalität und internationalem Terrorismus – angemessen begegnet werden kann. Das Ziel des Forschungsvorhabens, gemeinsam bearbeitet mit Prof. Dr. Christoph Gusy (Lehrstuhl für Öffentliches Recht) von der Universität Bielefeld, ist es, die Gesetzgebungsprozesse in der Sicherheitspolitik und im Sicherheitsrecht differenziert abzubilden und zur Beantwortung grundlegender Fragen wie zur Rechtslegitimation, Rechtsstaatlichkeit, demokratischer Beteiligung und Kontrolle sowie Lösungskonzeptionen beizutragen. Insbesondere sollen die Probleme herausgearbeitet werden, die sich aus der Einflussnahme von Interessenverbänden, Sicherheitsentwicklern und -produzenten auf die Gesetzgebung ergeben.

Das Projekthaben wird an der Universität Witten/Herdecke durchgeführt.

Ausführliche Informationen finden sich auf den Webseiten der Forschungsgruppe polikon: www.polikon.de

Ansprechpartner/in: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Laufzeit:
Oct. 2010 bis Sep. 2013



PRIORITÄTEN BEI RETTUNGSMAßNAHMEN (PRI-KATS)

Das Projektvorhaben “Prioritätenbildung bei Rettungsmaßnahmen” beinhaltet zwei Schwerpunkte: Die verwaltungs- und organisationsanalytische Zielsetzung richtet sich darauf, die Zusammenarbeit, Koordination und Steuerung der verschiedenen Behörden und Organisationen von Bund, Ländern und Kommunen bei länderübergreifenden Großschadensereignissen zu untersuchen. Hauptaufgaben sind, Schwachpunkte aufzuzeigen, die Erfahrungen, Positionen und Prioritätensetzungen der beteiligten Akteure zu erschließen und einzubringen sowie Lösungsoptionen zu entwickeln. Die rechtswissenschaftliche Zielsetzung als zweiter Schwerpunkt, durchgeführt vom Projektpartner, Prof. Dr. Christoph Gusy (Lehrstuhl für Öffentliches Recht) von der Universität Bielefeld, richtet sich auf die Prüfung unterschiedlicher Rechtsnormen. Dabei geht es auch darum, ihre möglichen Kollisionen mit verfassungsrechtlichen und verfahrensbezogenen Prinzipien und Regelungen aufzuarbeiten. Insbesondere ist der Frage nachzugehen, nach welchen Verfahrensweisen und Normen entsprechende Prioritäten für die Durchführung von Rettungsmaßnahmen festgelegt und umgesetzt werden sollen.

In thematischer Hinsicht behandelt das Projektvorhaben Fragen der Sicherheitsarchitektur: Wie entwickelt sich der Katastrophenschutz in einem integrierten Konzept der Inneren Sicherheit? Die Grundlage dafür liefern ausführliche Organisationsanalysen der Behörden und Organisationen, die in diesem Feld tätig sind. Im Fokus des Vorhabens stehen Fragen aus dem Bereich der Sicherheitskulturen: Welche Werte- und Normenbildungen liegen im Katastrophenschutzsystem vor? Wie werden diese insbesondere unter den Bedingungen von Großschadensereignissen gesteuert und koordiniert? Das Projekt soll insgesamt also dazu beitragen, Defizite und davon ausgehende Gefahren für die Konzepte der zivilen Sicherheit zu erkennen. Es soll die Praxis dabei unterstützen, geeignete Strukturen, Entscheidungsprozesse und inhaltliche Strategien entwickeln und so präventiv möglichen Katastrophenfällen besser begegnen zu können.

Das Projekthaben wird an der Universität Witten/Herdecke durchgeführt.

Ausführliche Informationen finden sich auf den Webseiten der Forschungsgruppe polikon: www.polikon.de

Ansprechpartner/in: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Laufzeit:
Apr. 2009 bis Mar. 2012



Kontakt

 

Postanschrift:
Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V.
Heinrich-Lersch-Straße 15
D-47057 Duisburg

Hausanschrift:
Heinrich-Lersch-Straße 15
D-47057 Duisburg

Telefon: +49 (0)203 933 14-63
Fax: +49 (0)203 933 14-62

E-Mail: hans-juergen.lange@uni-due.de

Homepage:
http://www.polikon.de