SVP

Forschungsgruppe
Systemanalyse für Verwaltung und Politik (SVP)

Die Forschungsgruppe "Systemanalyse für Verwaltung und Politik" (SVP) hat sich im WS 1987/88 an der Universität Duisburg konstituiert. Damit wird die Forschungstätigkeit fortgesetzt, die im Rahmen der "Projektgruppe Verwaltung und Publikum" 1972 in Bielefeld begonnen wurde und in deren Rahmen theoretische und empirische Analysen in verschiedenen Politikfeldern entstanden sind.

Die Forschungsgruppe ist sowohl an die Universität Duisburg-Essen als auch an das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) angebunden, in dessen Rahmen vor allem (empirische) Forschungsarbeiten und Beratungsaufgaben durchgeführt werden. Die Abteilung beschäftigt sich sowohl mit grundlegenden wie mit aktuellen Problemen des Politik- und Verwaltungssystems. Der Schwerpunkt liegt bei der lokalen Umsetzung (Implementation) politischer Programme sowie bei Fragen der Verwaltungsmodernisierung und der international vergleichenden Verwaltungsanalyse. Hieraus ergibt sich auch die Notwendigkeit, theoretische und methodische Analysen durch Austausch, Beratung und Kooperation mit den "Praktikern" in und außerhalb der öffentlichen Verwaltung, den Verbänden und regionalen Institutionen zu ergänzen.

Durch eine umfangreiche empirische Forschungspraxis in unterschiedlichen Politik- und Verwaltungsbereichen sind im Rahmen der Forschungsgruppe die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, sowohl in der Grundlagenforschung mitzuwirken als auch anwendungsorientiert aktuelle Problemstellungen bearbeiten zu können. Hierfür sehen wir in der Verbesserung von Information und Kommunikation zwischen "Wissenschaft und Praxis" eine unerläßliche Voraussetzung.

Die laufend aktualisierte Übersicht (bezogen auf die letzten beiden Jahre) soll in knapper Form über (ausgewählte) Publikationen der Forschungsgruppenmitglieder und über die durch dieForschungsgruppe eingerichtete Schriften- und Preprintreihe (SVP-Materialien) informieren. Damit wird ein Überblick über bisherige und aktuelle Arbeiten und Ergebnisse der Forshungsgruppe gegeben sowie Zugang zu den verfügbaren Unterlagen erleichtert. Eine ausführliche Veröffentlichungsliste liegt als Handout vor und kann bei der Forschungsgruppe angefordert werden.

Die Informationen über aktuelle Themen dienen zudem der von der Forschungsgruppe erstellten "Nachrichten und Informationen aus der Forschung", die etwa 1-2 mal im Jahr erscheinen.

Seit 1998 wurde ein verwaltungswissenschaftliches Kolloquium eingerichtet, das im Wintersemester - montags 14tägig 17.30 - 20:00 Uhr - stattfindet. Hier werden regelmäßig Forschungsthemen dargestellt und diskutiert (Diplomarbeiten, Forschungsprojekte etc.).  Die Themenliste wird Anfang Oktober bekannt gegeben. Externe TeilnehmerInnen sind willkommen.

In der Entstehung begriffen ist ein "Verwaltungswissenschaftliches Laboratorium", das eine reale und ggf. auch virtuelle Plattform für die Erörterung bzw. Bearbeitung politik- und verwaltungswissenschaftlicher Fragestellung bietet: z.B. forschungsmethodische Fragen, heoriendiskussionen, Praxisprobleme, Simulationen u.a.m.

Laufende Projekte

Kommunalverwaltung in China und Deutschland

Im Rahmen eines erneut von der Haniel-Stiftung geförderten Folgeprojektes wurden reformbezogene Fragestellungen nun auf den Bereich Umweltpolitik und ihre örtliche Implementation konzentriert. Die erste Forschungsreise führte im Herbst 2007 in städtische Regionen (Xiamen, Shihezi, Yinkou). Eine weitere Reise (im März 2009) führte – in Fortsetzung der früheren empirischen Untersuchungen in städtischen Räumen – diesmal mit vergleichbaren Fragen in drei ländlichen Regionen: in den Kreisen Deqing (Gemüseanbau), Shouguang (Teeanbau) und Nanfeng (Mandarinenanbau) wurden erneut Besichtigungen durchgeführt und Interviews mit den für den Umweltschutz zuständigen Ämtern und Funktionsträgern geführt. Das Problembewusstsein für Umweltfragen hatte sich zwar gegenüber der Untersuchung von 2007 verändert (erweitert), die Implementationspraxis aber nicht. In den ländlichen Regionen sind zudem andere Problemschwerpunkte zu beobachten als in den Großstädten. Wasserqualität und vor allem Müllbeseitigung, aber auch die Überdüngung des Bodens sind Kernprobleme der ländlichen Regionen. Ähnlich wie in den städtischen Beispielen fehlte es auch hier an einer wirksamen Verwaltungsorganisation und hinreichend breiten Kenntnissen und Kompetenzen des Personals sowie an dem Interesse der lokalen Parteiführungen an einer strikten Umsetzung der durchaus vorhandenen Gesetze und Vorschriften.
Das von der Hanielstiftung geförderte Projekt wurde im Mai 2010 durch eine internationale Fach-Konferenz zum Thema “Implementation of Environmental Policies in Urban and Rural China – Successes, Problems and Deficits” abgeschlossen. Es wurden ca. 18 Vorträge gehalten – etwa die Hälfte davon von chinesischen WissenschaftlerInnen. Derzeit ist eine chinesische Publikation der Konferenzbeiträge in Vorbereitung.

Ansprechpartner/in: Prof. em. Dr. Dieter Grunow

Laufzeit:
Mar. 2007 bis May. 2010



Forschungen zu den Implikationen der EU-Dienstleistungsrichtlinie: Expertenpositionen und Akteursinteressen, Implementationsvarianten

Ein Schwerpunkt der Forschung in den vergangenen Jahren (seit 2004) war die “Dienstleistungsrichtlinie” die erstmals im Februar 2004 von der EU-Kommission “Dienstleistungen im Binnenmarkt” (KOM (2004) 2 endg.) vorgelegt wurde.

Die SVP hat zunächst in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (Speyer) ein Gutachten für das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen erstellt, das eine Überprüfung des Richtlinienentwurfs aus rechts, verwaltungs-, und politikwissenschaftlicher Perspektive vornimmt.
Unter Leitung von Prof. Dr. Carl Böhret, Prof. Dr. Dieter Grunow und Prof. Dr. Jan Ziekow wurden drei Module erarbeitet mit denen
Veränderungen gegenüber der bisherigen Rechtslage analysiert, eine Folgenabschätzung hinsichtlich der Umsetzbarkeit vorgenommen und schließlich die Positionen unterschiedlicher Akteure (stakeholder) zur Richtlinie dargestellt wurden. Damit konnte eine der ersten wissenschaftlichen Untersuchung vorgelegt werden, die es erlaubte, die in der Öffentlichkeit äußerst kontrovers geführte Debatte zu bewerten und zu versachlichen. Eine weitere Untersuchung wurde 2006 abgeschlossen. Dabei ging es um ein wesentliches – in diesem Fall aber politisch nicht umstrittenes – Element der Dienstleistungsrichtlinie: den Einheitlichen Ansprechpartner (gem. Art. 6). Der Einheitliche Ansprechpartner soll die Niederlassung ausländischer Dienstleister erleichtern und insgesamt einen Beitrag zur Verwaltungsvereinfachung leisten.

Mit diesem Umsetzungsprozess hinsichtlich des Einheitlichen Ansprechpartners (EA), der dem „one window principle“ entspricht, befasst sich das anschließende – von der H. Böckler Stiftung geförderte – Forschungsprojekt. Das Ziel der gegenwärtig durchgeführten empirischen Arbeiten ist eine Bestandsaufnahme wichtiger EA-Varianten mit ihren Stärken und Schwächen – in Deutschland und insbesondere in NRW. Die Ergebnisse werden in der Buchreihe des Sigma-Verlages zur „Modernisierung des öffentlichen Sektors“ publiziert. Die Arbeit an dem Thema wird nun mit einer ergänzenden Betrachtung der Steuerungsimpulse durch die EU-Kommission fortgesetzt.

Ansprechpartner/in: Prof. em. Dr. Dieter Grunow

Laufzeit:
Dec. 2009 bis Dec. 2010



Klimzug-Dynaklim: Politik, Planung und Verwaltung

Die SVP erweitert ihre Forschungsaktivitäten im Politikfeld Umweltschutz und bringt dabei erneut ihre Kompetenzen in der Politikfeldanalyse und Verwaltungswissenschaft ein.

Im Mittelpunkt des DynAKlim-Vorhabens stehen die möglichen Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels auf die Verfügbarkeit und Nutzung des Wassers in der Region Emscher-Lippe und die damit verbundenen Folgewirkungen auf Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt. Mit dem Aufbau eines langfristig tragfähigen regionalen Netzwerks und einem regionsumfassenden Roadmap-Prozess unterstützt DynAKlim die Projektregion bei der Entwicklung zu einem pro-aktiv handelnden, zukunftsfähigen Ballungsraum mit einer wesentlich verbesserten Anpassungs- und Innovationsfähigkeit.

Ansprechpartner/in: Dipl. soz. wiss. Joachim Liesenfeld

Laufzeit:
Aug. 2009 bis Dec. 2014



Kontakt

 

Postanschrift:
Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V.
Heinrich-Lersch-Straße 15
D-47057 Duisburg

Hausanschrift:
Heinrich-Lersch-Straße 15
D-47057 Duisburg

Telefon: +49 (0)203 28099-0
Fax: +49 (0)203 28099-22

E-Mail: risp@uni-due.de

Homepage:
http://www.risp-duisburg.de