Die Arbeitsbereiche des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung sind Ergebnis seiner Geschichte und nicht einer grundsätzlichen inhaltlichen Programmatik. Wenn ich daran einleitend erinnere, dann geschieht das mit einem bewussten Blick auf das im Berichtszeitraum dieses Jahrbuchs begangene 25- jährige Institutsjubiläum im Jahr 2005. Ein solches Ereignis bietet vor allem einen Anlass, zurückzuschauen. Die Leistungen, an die dabei erinnert wird, bilden aber auch einen Rahmen, das Kommende in den Blick zu nehmen. Dabei kann nicht übersehen werden, dass sich die Forschungslandschaft und die universitäre Landschaft kontinuierlich gewandelt haben. Dies wird für ein allein auf Drittmittelbasis arbeitendes Institut durch die Verlagerung von Förderschwerpunkten und Auftragsthemen besonders sichtbar. Auch die zunehmende nationale und internationale Konkurrenz macht sich deutlich bemerkbar. Aber selbst die Berichte von den anscheinend "guten alten Zeiten" verdeutlichen, dass Forschung schon immer besonderer Anstrengungen bedurfte, auf die jeweiligen Konstellationen mit einem entsprechenden Gespür zu reagieren.
Die Forschungsprofile und -initiativen, die daraus entstehen, erzählen daher auch von dieser besonderen Gabe der Forscher- bzw. Arbeitsgruppen, auf die veränderten Verhältnisse zu reagieren.
Das vorliegende Jahrbuch gibt nicht nur einen Einblick in diesen Wandel, sondern zeigt auch die Antworten, die von Seiten der im Rhein-Ruhr-Institut versammelten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in unterschiedlichen Projekten in einem breiten Spektrum an Themen und Fragen gegeben wurden. Die Breite an Themen- und Arbeitsfeldern, die in der Darstellung, zum Ausdruck kommt, beinhalten zugleich eine Reihe zukunftsrelevanter Themen- und Problemfeldern.
Für den Berichtszeitraum 2004-2007 wurden die von den Forschungsgruppen durchgeführten Projekte mit einer Kurzbeschreibung aufgenommen, wobei auch Projekte aus den vorangehenden Jahren, die in den Jahren 2004 bzw. 2005 abgeschlossen wurden, berücksichtigt sind. Die Kurzbeschreibungen können keine detaillierten Ergebnisse liefern. Solche jeweils aktualisierten Informationen sind auf der Homepage des Instituts unter den jeweiligen Forschungsgruppen einzusehen bzw. auf Nachfrage zu erhalten. Das Jahrbuch stellt im Unterschied zum aktuellen Angebot des Internets eine besondere Möglichkeit dar, die Entwicklung der Arbeitsbereiche für einen bestimmten Zeit- raum in seiner Gesamtheit verfolgen zu können.
Diese Entwicklung von Forschungsfeldern und –themen ist auch ein Ergebnis der über den eigenen Institutsrahmen hinausreichenden Kontakte, wie sie sich etwa im Wissenschaftsforum Ruhr und ganz besonders in der Zusammenarbeit mit der Univerität Duisburg-Essen ergeben. Der Gewinn solcher Kooperationen erweist sich daran, dass sie nicht nur einen wechselseitigen Ertrag erbringt, sondern auch für beide Seiten die Erschließung zukunftsfähiger Forschungsfelder bedeutet. Das vorliegende Jahrbuch vermittelt daher auch einen Einblick in die Fruchtbarkeit solcher Verbindungen, die es für die Zukunft weiter zu stärken und auszubauen gilt.
Dieter Grunow
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(PDF-Format, 87 Seiten)