Neue Selbstständigkeit für Ältere - Eine Verbundprojekt im Rahmen der Initiative für ältere Arbeitslose in Nordrhein-Westfalen

Die Situation älterer Arbeitnehmer/-innen hat sich im letzten Jahr deutlich verändert. Durch die Reformen der Arbeitsmarktpolitik gerät eine Gruppe von Erwerbsfähigen, die ihre bisherige Lebensplanung auf weitgehende gesellschaftliche Sicherheitsversprechen aufbauen konnte, gleich mehrfach in Konfrontation mit Arbeitsmarkt- und Verarmungsrisiken. Ältere Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte stehen künftig immer häufiger vor einem Arbeitsmarkt-Dilemma: Da die Frühverrentungsalternative verbaut ist, bleibt die Re-Integration in den Arbeitsmarkt die einzige Chance, diesen Risiken zu begegnen. Andererseits werden normale Formen der Re-Integration (im Rahmen von Normalarbeitsverhältnissen) vor allem für diese Personengruppe immer schwieriger.

Das Projekt, das das des Berufsfortbildungswerks des DGB (bfw) in Gelsenkirchen durchführt, setzt an diesem Dilemma an. Es will für einen bestimmten Kreis dieser Personengruppe die Bedingungen schaffen, mit diesem Dilemma produktiv umzugehen. Dabei wird von folgenden Annahmen ausgegangen:

  • Unter den älteren Arbeitslosen (bzw. von Arbeitslosigkeit bedrohten) gibt es ein Potenzial von Personen, die in bestimmten Bereichen erfolgreich die Zeit bis zur Erreichung des Rentenalters als Neue Selbständige tätig werden könnten. Viele besitzen entsprechende Qualifikationen, die (vor allem im Bereich des Handwerks und der Dienstleistungen) einsetzbar oder zumindest entsprechend ausbaufähig sind.
  • Unter dem Druck der arbeitsmarktpolitischen Reformen steigt die Bereitschaft älterer Arbeitsloser oder von Arbeitslosigkeit Bedrohter, atypische Beschäftigungsformen zu wählen. Auch Menschen, die unter den früheren Bedingungen nie eine Existenzgründung ins Auge gefasst hätten, werden nun Formen der Selbständigkeit als Alternative zur drohenden Verarmungskarriere entdecken.
  • Für die bisherigen “Neuen Selbständigen” tritt (neben vielen anderen) vor allem ein Problem auf: Es handelt sich in der Regel um Menschen, die ihr gesamtes Arbeitsleben als Arbeitnehmende sozialisiert wurden. Aus einer Arbeitnehmermentalität erwächst aber so schnell kein Unternehmergeist. Um den neuen “älteren Gründenden” die unternehmerische Existenzsicherung bis zur Rente zu ermöglichen, bedarf es veränderter Unterstützungsstrukturen, die mit dem Projekt entwickelt und erprobt werden sollen.

Das RISP ist bei diesem Projekt für die wissenschaftliche Begleitung zuständig.


Laufzeit:
November 2005 bis Mai 2007

Kooperationspartner |

Projektbearbeitung

Projektleitung



Dr. Ute Pascher-Kirsch

E-Mail: ute.pascher-kirsch@uni-duisburg-essen.de
Tel: +49 (0)203 36303-32


Projektmitarbeiter/innen



Dr. Hans Uske

E-Mail: hans.uske@uni-duisburg-essen.de
Tel: +49 (0)203 36303-31


Förderer

Land Nordrhein-Westfalen