AKIS Forschungsgruppe AKIS
Koordinierungsstelle des Interdisziplinären Arbeitskreises Innere Sicherheit (AKIS)
Das Rhein-Ruhr-Institut (RISP), Forschungsgruppe AKIS, ist Sitz und Koordinierungsstelle des Interdisziplinären Arbeitskreises Innere Sicherheit (AKIS). Die Zielsetzung des 1996 gegründeten Arbeitskreises richtet sich darauf, sozialwissenschaftliche Themenstellungen der Sicherheitsforschung mit Schwerpunkt der Forschung zur Inneren Sicherheit zu entwickeln. Die Themen werden insbesondere unter politikwissenschaftlichen, soziologischen, historischen, kriminologischen und rechtswissenschaftlichen Gesichtspunkten interdisziplinär bearbeitet. Der AKIS ist ein wissenschaftlicher Arbeitskreis, in dem bundesweit mit Stand 2026 rund 355 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen interdisziplinär zusammenarbeiten. Der AKIS veranstaltet Workshops und publiziert Gemeinschaftsstudien, die die unterschiedlichen Forschungsperspektiven zusammenführen und in der Schriftenreihe „Studien zur Inneren Sicherheit“ bei Springer VS erscheinen.
Die Forschungsgruppe AKIS am Rhein-Ruhr-Institut (RISP) ist tätig als Koordinierungsstelle des Arbeitskreises. Sprecher des AKIS ist Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange.
Informationen über den AKIS finden Sie auf den Webseiten des Arbeitskreises unter: www.arbeitskreis-innere-sicherheit.de
Detaillierte Ansicht anzeigen Kurzbeschreibung anzeigen
Die Gründung und Entwicklung der Forschungsgruppe polikon im Verbund mit der Universität Marburg von 2001-2008
Die Forschungsgruppe Politische Steuerung und Konfliktregelung (polikon) ist am 1. Mai 2001 als eine gemeinsame Forschungsgruppe des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung e.V. (RISP) an der Universität Duisburg-Essen und des Zentrums für Konfliktforschung (ZFK) der Philipps-Universität Marburg gegründet worden. Die Zielsetzung richtete sich darauf, die Forschung zur Inneren Sicherheit, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der politikwissenschaftlich angelegten Politikfeldanalyse, mit der Konfliktforschung zu verbinden. Im Vordergrund standen dementsprechend Fragen der politischen Steuerungsfähigkeit und der innergesellschaftlichen Konfliktregelung. Die Forschungsgruppe wurde gegründet und geleitet von Dr. Hans-Jürgen Lange, zur damaligen Zeit Privatdozent für Politikwissenschaft am Institut für Politikwissenschaft der Philipps-Universität Marburg.
Im Vordergrund der Forschungsarbeiten standen die seit den 90er Jahren virulenten Staats- und Verwaltungsreformen. Unter der Leitkonzeption des „New Public Managements“ bzw. des „Neuen Steuerungsmodells“ wurden die tradierten Staatskonzeptionen und die Binnenstrukturen der öffentlichen Verwaltung umstrukturiert. In der Folgewirkung veränderten sich die Formen der demokratischen Beteiligung und der Konfliktregulation, insbesondere stehen die parlamentarischen Verfahren vor der Notwendigkeit, sich auf die neuen Bedingungen auszurichten. Das Untersuchungsinteresse richtete sich auf die sicherheitsrelevanten Politikfelder, insbesondere auf das Politikfeld Innere Sicherheit. Dort vollzogen vor allem die Polizeien der Länder und des Bundes unter dem Vorzeichen der „Neuen Steuerung“ sowie der zunehmenden europäischen Integration weitreichende Reformen, die die staatliche Sicherheitsproduktion seitdem erheblich verändern.
1996 wurde der Interdisziplinäre Arbeitskreis Innere Sicherheit (AKIS) in Marburg gegründet, der für die Forschung zur Inneren Sicherheit eine zunehmende Bedeutung gewann.
Die Forschungsgruppe polikon im Verbund mit der Universität Witten/Herdecke von 2008-2014
Im Oktober 2008 wurde die Forschungsgruppe neu ausgerichtet. Verbunden mit der Berufung des Forschungsgruppenleiters, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, an die Universität Witten/Herdecke erfolgte eine Anbindung der Forschungsgruppe an den Wittener Lehrstuhl. Sie wurde damit eine gemeinsame Forschungsgruppe des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement der Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Kulturreflexion, und des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Universität Duisburg-Essen.
Die Forschungsgruppe konzentrierte ihr Forschungsinteresse auf den Wandel von Staatlichkeit und die Regulation von Sicherheit in einer zunehmend von Sicherheitsfragen geprägten Gesellschaft. Besonders interessierte hier, wie sich die politischen Steuerungskonzeptionen sowie Staats- und Demokratieverständnisse verändern.
Das Politikfeld Innere Sicherheit differenziert sich seit den 90er Jahren erheblich aus. Neben der staatlichen Sicherheit (insbesondere durch Polizei und Nachrichtendienste) nehmen weitere Sicherheitsproduzenten an Bedeutung zu: die lokale Sicherheit, der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, die private Sicherheitswirtschaft ebenso wie die Unternehmenssicherheit werden zu eigenständigen Segmenten innerhalb des Politikfeldes. Die Europäisierung und Internationalisierung forciert zudem einen erweiterten Sicherheitsbegriff, bei dem die klassische Trennung zwischen innerer und äußerer Sicherheit in Teilbereichen verschwimmt. Die Forschungsgruppe hat diese Entwicklungen aufgegriffen und fragt nach den Voraussetzungen und Folgen einer neuen Sicherheitsarchitektur, wie sie in der öffentlichen Diskussion als eine mögliche Reaktion auf diese Veränderungen vermehrt eingefordert wird. Sie hat dazu einige Forschungsprojekte durchgeführt, u.a. zum Katastrophen- und Bevölkerungsschutz sowie zu den Veränderungen des Gesetzgebungsprozesses in Belangen der Politik der Inneren Sicherheit.
Die Forschungsgruppe polikon von 2014 bis 2026
Mit der Berufung des Forschungsgruppenleiters, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, zum Präsidenten der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster-Hiltrup zum 1. Juli 2014, veränderte sich die Arbeit der Forschungsgruppe am Rhein-Ruhr-Institut (RISP) strukturell. Nach Beendigung der laufenden Forschungsprojekte wurden keine neuen Drittmittelprojekte durchgeführt. Die zeitintensive Tätigkeit als Hochschulpräsident lässt dies nicht zu. Die Forschungsgruppe polikon am RISP konzentrierte sich darauf, zum einen die Geschäftsstellenfunktion für den Interdisziplinären Arbeitskreis Innere Sicherheit (AKIS) wahrzunehmen, zum anderen auf die Durchführung von Tagungs- und Publikationsprojekten.
Verbunden mit der Ausdifferenzierung der Sicherheitspraxis integriert sich die Forschung zur Inneren Sicherheit und Polizei zunehmend in ein übergeordnetes Verständnis einer interdisziplinären Sicherheitsforschung. Aufgrund der sehr heterogenen Zugänge, die von geistes-, sozial- und kultur- über rechts- und wirtschafts- bis hin zu natur- und technikwissenschaftlichen Verortungen reichen, stellt sich die Frage, inwieweit ein interdisziplinärer Konsens über wissenschaftstheoretische Grundregeln, methodologische Standards und forschungsleitende Theorieansätze erreichbar und konsolidierbar ist. Die Forschungsgruppe formuliert ihre Antwort auf diese Fragen dahingehend, dass sie Sicherheitsforschung als eine sozialwissenschaftlich fundierte Forschung zu den Ursachen, Verläufen und Auswirkungen der gesellschaftlichen und politischen Sicherheitsentwicklung versteht. Die Theorieentwicklung der Sicherheits- und Polizeiforschung steht somit im Mittelpunkt der Forschungsgruppe. Die Politikfeldanalyse zur Inneren Sicherheit bildet weiterhin den Kern ihres politikwissenschaftlichen Ansatzes.
Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange übte das Amt des Hochschulpräsidenten der DHPol vom 1. Juli 2014 bis zum 30. Juni 2024 aus. Seit dem 1. Juli 2024 leitete er hauptberuflich die neue „Forschungsstelle Innere Sicherheit“ (FIS) der DHPol. Die Forschungsgruppe polikon am RISP nahm weiterhin die Geschäftsstellenfunktion des AKIS wahr und beteiligt sich an Tagungs- und Publikationsprojekten.
Von der Forschungsgruppe polikon zur Koordinierungsstelle des AKIS seit 2026
Nach dem Wechsel in den Ruhestand im September 2026 übernahm Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange ab Oktober 2026 die Gastprofessur für Politikwissenschaft und Innere Sicherheit in Verbindung mit der Weiterführung der Forschungsstelle Innere Sicherheit (FIS) der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster. Die Forschungsgruppe polikon am Rhein-Ruhr-Institut (RISP) wurde auf ihren Schwerpunkt der letzten Jahre festgelegt, die Koordinierungsarbeit des AKIS zu leisten. Der Name der Forschungsgruppe wurde darauf ausgerichtet: Forschungsgruppe AKIS – Koordinierungsstelle des Interdisziplinären Arbeitskreises Innere Sicherheit (AKIS). Die Koordinierungsstelle leistet die Planung, Organisation und Betreuung der Projekte des AKIS. Sie stimmt die Vorhaben für die Workshops des Arbeitskreises ab, plant ihre Durchführungen und betreut die Publikationen ihrer Arbeitsergebnisse, insbesondere der Studien zur Inneren Sicherheit im Verlag Springer VS.
Informationen über den AKIS finden Sie auf den Webseiten des Arbeitskreises unter: www.arbeitskreis-innere-sicherheit.de
Mitglieder
Projekte
SICHERHEITSGESETZGEBUNG (SIGG)
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
01.10.2010 – 30.09.2013
PRIORITÄTEN BEI RETTUNGSMAßNAHMEN (PRI-KATS)
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
01.04.2009 – 31.03.2012
NEUE STEUERUNGSMODELLE IN DER POLIZEI (NSM II)
Hans Böckler Stiftung (HBS), Düsseldorf
01.01.2003 – 30.06.2006
WISSENS-NETZWERK INNERE SICHERHEIT
Hans Böckler Stiftung (HBS), Düsseldorf
01.07.2002 – 31.01.2003
NEUE STEUERUNGSMODELLE IN DER POLIZEI (NSM I)
Hans Böckler Stiftung (HBS), Düsseldorf
01.05.2000 – 02.09.2002
Publikationen
- (2022): Politik zwischen Macht und Ohnmacht: Zum politischen Umgang mit der Corona-Pandemie in Deutschland.
- (2021): Urbane Sicherheit. Migration und der Wandel kommunaler Sicherheitspolitik.
- (2019): Postfaktische Sicherheitspolitik. Gewährleistung von Sicherheit in unübersichtlichen Zeiten.
- (2019): Zukunft der Polizei. Trends und Strategien.
- (2018): Die Verwaltung der Sicherheit. Theorie und Praxis der Öffentlichen Sicherheitsverwaltung.
- (2016): Verfassungsschutz. Reformperspektiven zwischen administrativer Effektivität und demokratischer Transparenz.
- (2015): Cyber-Sicherheit.
- (2015): Kooperation im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz.
- (2014): Dimensionen der Sicherheitskultur.
- (2013): Versicherheitlichung des Bevölkerungsschutzes.
- (2008): Auf der Suche nach neuer Sicherheit: Fakten, Theorien und Folgen. In: 2. Aufl. 2009, S. 407 S..
- (2000): Politische Steuerung und Reform der Landesverwaltung.