(Inter)Kulturelle Kompetenz: Weltdeutungen und Wertorientierungen. Kurzfassung des Abschlussberichts des XENOS Modellprojekts INTERKULTURELLE QUALIFIZIERUNG

Autor/en: Krumpholz, Peter

###publication_printingplace###: Duisburg

###publication_releasedate###: Dezember 2006

###publication_pages###: 56 Seiten

Mit dem hier vorgelegten Bericht präsentieren wir die Ergebnisse unserer empirischen Befragung von ca. 500 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Duisburg zur politischen Bedeutung ihrer Glaubensformen und Selbstdeutungen.

Zuletztgenannte sind relativ unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Bildung und Einkommen. Vorherrschend ist vielmehr eine Vielfalt von Glaubensformen und säkularen Selbstdeutungen sowie die Tendenz zu ihrer Vermischung. Radikale Säkularisten und muslimische Fundamentalisten sind zwar klar in der Minderheit (unter 12 %). Doch darf die Gefährdung der Mehrheit durch diese nicht unterschätzt werden, weil der Glaube alle Jugendlichen polarisiert, dieser sie eben so stark vereinen wie trennen kann. Hinzu kommt, dass kollektive Wahrnehmungsmuster nicht nur unter Randgruppen, sondern unter der Mehrheit der Jugendlichen weit verbreitet sind. Überdies verführt die Transzendenzskepsis – das dominante Selbstverständnis der Jugendlichen – säkular Eingestellte zur Verabsolutierung ihrer Selbstdeutungen und Religiöse zur Verweltlichung ihrer Gottesvorstellungen. National-religiöse Vorstellungen, dass es einen Gott für ihr Volk gebe und nicht alle Menschen vor Gott gleich sind, sind leider sowohl unter Jugendlichen mit wie ohne Zuwanderungsgeschichte recht weit verbreitet. Nicht allein die Radikalität von Minderheiten, sondern die Ausbreitung von Transzendenzskepsis unter der Mehrheit gefährdet somit gegenwärtig die Demokratie.


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